Wolf zurück im LK Rotenburg

Rückkehr eines Wolfes bei Borchel im Landkreis Rotenburg.

Im Märchen "Rotkäppchen" ist der Wolf zweifelsohne böse. In der Realität ist das sehr umstritten. Die einen sehen in ihm eine gefährliche Bestie, die anderen eine vom Aussterben bedrohte Tierart. Jäger, Züchter und Landwirte gegen Tierschützer und Forscher. Fakt ist: Der Wolf ist zurück in den deutschen Wäldern. Und auch bei Borchel im Landkreis Rotenburg. 

In Borchel im Landkreis Rotenburg macht sich langsam Unruhe unter den Bewohnern breit. Der Wolf ist dort das Gesprächsthema schlechthin, vor allem unter Tierhaltern. Die haben Angst um Ihre Tiere - die Wölfe sind auf Beutejagd. Die kleine Schafherde stehen auf der Weide direkt neben dem Hof. Gemächlich grasen die Tiere vor sich hin, nicht alle sind auf den Beinen. Denn im Gegensatz zu deren Besitzern ahnen sie nicht im Geringsten, welche Gefahr ihnen blühen könnte. Wölfe sind zwar scheu, aber immer auf Beutezug. Die Schafe haben gegen das Raubtier keine Chance. Drei Wolfsrudel gibt es schon in Niedersachsen. Seit dem Mauerfall vor mehr als 20 Jahren zieht es sie aus dem Osten auch in den Nord-Westen. Sie kommen beispielsweise aus der Lausitz, eine Region in Deutschland und Polen, und werden stetig mehr. Junge, geschlechtsreife Wölfe gründen hier ihre eigenen Familien.

Manche Züchter wünschen sich Wolfsjagden wie früher.

Aus Erzählungen und Schriften wissen viele wie radikal der Wolf einst ausgerottet wurde. Tauchte doch einer auf, wurde er auf Weisung des Oberkreisdirektors sofort erlegt. Auf einem Foto präsentierten Polizisten damals das getötete Tier stolz wie eine Trophäe. Wolfsjagden wie diese im Jahr 1973 sind für vielen eine sympathische Gedanke.

Viele andere Schafszüchterm setzen auf Herdenhunde und Stromzäune.

Die Herde von einige Schafzüchtern bekamen auch schon Besuch vom Wolf. Doch ein Stromzaun verhinderte Schlimmeres. Das reicht dem professionellen Züchter nicht.  Sie setzen zusätzlich auf Herdenhunde wie früher. 

In Borchel wurden mehrere Schafe gerissen –  das nachweislich von Wölfe.

Wenn dann doch Schafe durch Wölfe gerissen werden oder Grund zur Sorge besteht, kommt Jürgen Cassier ins Spiel. Er ist Jäger mit eigenem Revier. Zuerst glaubte er im Fall Borchel an streunende Hunde. Die Bissspuren und Wunden sahen für ihn alle nicht "nach Wolf" aus.

Wolfswarte sollen Verständnis schaffen.

Ein DNA-Test brachte dann Gewissheit: Die ersten Wölfe haben ihre Spuren in der Region hinterlassen. Der Fall wurde als der erste Wolfriss Niedersachsens im Jahr 2013 bekannt. In Borchel folgten weitere Wolfsangriffe – Wasser auf die Mühlen der Gegner wie Schafzüchter und Landwirte. Da wird der Auftrag für Wolfswarte wie Cassier nicht leichter: Akzeptanz für die Raubtiere schaffen.


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